Alles fließt: auf Englisch: flow. Die Teile des Gottesdienstes gehen ineinander über und sind nicht so stark abgegrenzt. Oft wird ein Gebet, die Predigt usw. durch Musik unterlegt. Auch alles andere darf fließen: Gedanken, Ideen, Tränen, Gefühle. Gott schafft uns einen Raum, in dem wir uns öffnen können.

Wir singen gemeinschaftlich: bekannte, einfache, wilde und ruhige Lieder. Aber wir singen viel und lassen uns nicht nur vom Chor vorsingen. Der Gottesdienst gelingt,wenn ein gemeinschaftliches Gefühl mit dem Heiligen Geist entsteht. Dazu gehört, dass man sich zu Beginn so lange einsingt (warming up), bis alle gefühlsmäßig angekommen sind. Ebenso kann man nach der Predigt die Energien in einen größeren Gesangsteil fließen lassen. Deshalb beginnt der Gottesdienst schon in dem Augenblick, in dem jemand die Kirche betritt und verlangt nach Gespräch und Kontakt. Dass der Heilige kommt, können wir nicht machen. Aber wir können uns vorbereiten.

Wir „unterhalten“ uns, bringen uns spontan ein und beten aus vollem Herzen: auf Englisch: call-and-response: Einer singt etwas, andere antworten darauf, liturgisch, musikalisch, spontan, je nachdem. Auch das können alle mitmachen, es ist leicht und für jeden verständlich. Improvisation: es gibt einen „Spiel-Raum“ im Gottesdienst, in dem ausprobiert werden darf. Während der Predigt, beim Singen, für die Instrumentalisten, für die Gemeinde durch Reaktionen auf die Predigt, auf Gebete, auf Lieder. Worship: Wir beten Gott an und finden Kraft in der Gemeinschaft. Deshalb treffen wir uns. Meistens beten wir singend.

Wir hören eine lebensnahe Predigt: Ja, wir hören. Singen ist Klasse, Gefühle sind wunderbar, von Gott und Jesus Christus zu hören, das erfrischt und bringt weiter. Singen heißt nicht, seinen Verstand abzuschalten. Wir brauchen auch Futter für unsere Seele, vom Prediger und vielleicht noch von einem Solisten, wo wir einfach zuhören und nicht selbst reden oder singen.

Wir machen uns auf den Weg und sind noch nicht am Ziel: Wir sind im Aufbau und machen neue Erfahrungen. Also ist noch nicht alles perfekt. Wir brauchen Geduld mit uns und mit anderen, wir tanken Mut und probieren fröhlich weiter aus.

Pastor Martin Barkowski